Qualifizierung statt Ausbildung
Viele Eisenbahnunternehmen bilden Quereinsteiger in einer Qualifizierung oder Umschulung zum Triebfahrzeugführer, Fahrdienstleiter oder Zugbegleiter aus. Du lernst Regelwerk, Fahrzeuge oder Stellwerkstechnik und legst die vorgeschriebenen Prüfungen ab. Welche Vorbildung verlangt wird, etwa eine abgeschlossene Berufsausbildung, steht in der Anzeige.
Bist du arbeitslos gemeldet oder von Arbeitslosigkeit bedroht, kann die Agentur für Arbeit eine Umschulung mit einem Bildungsgutschein nach § 81 SGB III fördern. Dafür musst du dich vorher beraten lassen, und die Maßnahme muss zugelassen sein.
Eignung und Untersuchungen
Für den Triebfahrzeugführerschein prüfen anerkannte Ärzte und Psychologen deine gesundheitliche und psychologische Eignung. Geprüft werden unter anderem Sehschärfe, Farbsehen und Hörvermögen sowie Aufmerksamkeit, Konzentration, Reaktion und Wahrnehmung. Auch für andere sicherheitsrelevante Tätigkeiten verlangen Unternehmen Tauglichkeitsuntersuchungen. Diese Prüfungen finden meist vor der Zusage oder zu Beginn der Qualifizierung statt. Nach der Triebfahrzeugführerscheinverordnung musst du außerdem mindestens 20 Jahre alt sein und einen Schulabschluss im Sekundarbereich I haben.
Was du vorher klären solltest
- Wo findet die Qualifizierung statt, und wie lange dauert sie?
- Wie hoch ist die Vergütung während der Qualifizierung?
- Gibt es eine Bindungsfrist nach dem Abschluss?
- An welchem Standort wirst du danach eingesetzt?
- Wie sehen Schicht-, Nacht- und Wochenenddienste aus?
Ein Unternehmenssitz ist nicht zwingend dein Einsatzort. Prüfe, welcher Standort oder welche Region für die Stelle angegeben ist.
Die Zeit der Qualifizierung
Eine Qualifizierung ist anspruchsvoll. Du lernst Vorschriften, Signale und Betriebsabläufe, übst teils im Simulator und auf Fahrten mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen und legst mehrere Prüfungen ab. Plane in dieser Zeit wenig anderes ein und frag, wie Theorie und Praxis verteilt sind. Wer die Prüfungen besteht, fährt oder arbeitet anfangs meist auf bekannten Strecken und Stellwerken, bevor weitere Zusatzbescheinigungen oder Einsatzbereiche dazukommen.
Unterlagen und Bewerbung
- Lebenslauf mit bisheriger Berufsausbildung und Berufserfahrung.
- Zeugnisse, besonders der Schulabschluss.
- Führerschein, wenn Einsatzorte ohne Zugverbindung zum Dienstbeginn genannt sind.
- Hinweise auf Schichterfahrung aus anderen Branchen.
Im Auswahlverfahren gibt es oft Tests zu Konzentration, Reaktion und technischem Verständnis. Bereite dich mit ausreichend Schlaf vor und frag, welche Tests auf dich zukommen. Zeig im Gespräch, dass du Regeln genau befolgst und auch unter Zeitdruck ruhig bleibst.
Nenne in der Bewerbung konkret, wo du wohnst und wie flexibel du beim Einsatzort bist.